Vorstand raus

Es ist ja noch nicht mal einen Monat her, da wurde die SPD ja durchaus etwas dafür gefeiert, dass es eine parteiinterne Demokratie gibt. Gemeint damit waren die (Schein)Diskussionen auf dem Bundesparteitag in Bonn. Jetzt zeigt sich: alles Lug und Trug.

Malu Dreyer, Manuela Schwesig, Natascha Kohnen, Thorsten Schäfer-Gümbel, Ralf Stegner und Olaf Scholz sind alle stellvertretende Parteivorsitzende. Dazu sind sie erst vor zwei Monaten gewählt worden und jetzt ist davon NIEMAND in der Lage, den Parteivorsitz stellvertretend auszuführen. Und noch viel besser, es wird sich auf Andrea Nahles als kommissarische Vorsitzende geeinigt, die überhaupt nicht dem Vorstand angehört. Da stellt sich durchaus die Frage, warum betreffende Personen überhaupt kandidiert haben.Kann man die Posten jetzt statt stellvertretetnde Vorsitzende SPD-Kasperle nennen? Und was wollen die sechs zukünftig in der Partei machen, wenn sie jetzt ihren Aufgaben nicht nachkommen und jemand anderes als besser geeignet halten? Was hat das damit zu tun, was vor zwei Monaten demokratisch gewählt wurde?

Und wie großartig ist bitte die innerparteiliche Demokratie, wenn Andrea Nahles dann kommissaische Vorsitzende ist, obwohl die Satzung das gar nicht vorsieht? Wie sehr kann man dem Parteitag und der Basis sagen, wir scheißen auf alles was ihr macht, wir machen was wir wollen? In Teilen sind das dann sogar dieselben Leute, die eine Urwahl des Vorsitzenden für schwierig in Sachen Parteiengesetz halten, aber selbst seine Aufgaben nicht machen und gegen alles mögliche Verstoßen ist offenbar kein Problem? Ganz ehrlich, was ist da denn los in der Führung der Partei?

Und wie kommt es überhaupt zu der ganzen Problematik? Die SPD ist gradezu davon besessen, möglichst schnell eine Lösung für völlig egal was zu präsentieren. Der eine oder andere wird sich noch daran erinnern, als die Kresberkrankung von Erwin Sellering bekannt wurde, dass unmittelbar ein Personaltausch mit Manuela Schwesig, Katarina Barley und Hubertus Heil vorgenommen wurde. Jeder fragt sich, warum? Warum muss auf eine Krebserkrankung sofort reagiert werden, wieso lässt man sich nicht zwei Tage Zeit, wer soll einem das vorwerfen?

Und so war es jetzt auch beim Rückzug von Martin Schulz. Martin schlägt vor gar nicht allzulanger Zeit eine Urwahl vor und jetzt bestimmt er, wer neue Vorsitzende wird. Und die restliche Führung direkt, ja geilo, so machen wirs, dann ist bestimmt endlich Ruhe in der Partei und wir kriegen den Mitgliederentscheid durch? Ohne nachzudenken wird das bekanntgegeben und wenn es dann berechtigte Kitik gibt ist man mal wieder in einer Lage, aus der man so schnell nicht rauskommt. Machen sie heute Nahles zur Vorsitzenden sind sie beratungsresistent, Satzungsbrecher und stellen sich selbst als inkompetent dar, lassen sie Martin noch drei Monate auf em Posten bis zu einem neuem Bundesparteitag heisst es wieder Martin der Umfaller, außerdem ist das auch fies Martin gegenüber, nachdem er jetzt am Boden ist ihn da nochmal drei Monate den Hampelmann machen zu lassen. Nehmen sie einen der Stellvertreter gilt derjenige als beschädigt, wenn auf dem ordentlichen Parteitag der Posten an Nahles abgegeben wird.

So oder so, die Partei wird wieder verlieren dank mieser Kommunikation, dank nicht vorhandenem Krisenmanagement, dank wie üblich keinerlei Strategie, und das alles häuft sich in letzter Zeit. Es ist völlig unklar, wie diese Leute weiter die Partei führen, geschweige denn in einer großen Koalition das Land führen sollen.

Beim Fußball würde man rufen „Vorstand raus“, und das wäre die freundliche Variante. Hier hilft nur noch gegen die Groko zu stimmen, im Zweifelsfall auch mal zwei schlechte Jahre zu haben, aber mit neuem Personal neu aufzubauen. Denn eins ist klar, #SPDerneuern heisst nicht, noch mehr Fehler als früher zu machen.

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