ÖPNV

ÖPNV (4) – S-Bahn Wetter

Die großartige @ohaimareiki hat es mal gut zusammengefasst:

Sauna

Der Frühling naht und jeden Morgen stellt sich dieselbe bange Frage: was ziehe ich an? Morgens bei 1° und Wind am Bahngleis stehen, nach Feierabend sind dann schon 16°. Frieren ist trotzdem ungut, also wird natürlich die dicke Jacke angezogen. Selbige trägt man abends schon im Arm, vorm einsteigen in die Bahn wird noch der Reißverschluss des Pullis aufgemacht, doch es gibt keine Chance dem Höllenschlund S-Bahn zu entkommen.

Generell haben Heizungen im ÖPNV 5 Einstellungen: Aus – Aus – Aus – Aus – Sonnenoberfläche. In den älteren Bahnen gibt es noch eine spezielle Zusatzfunktion, die ganz gezielt den Sauerstoff aus dem Abteil absaugt und durch ein einlullendes Gasgemisch ersetzt wird, das die Fahrgäste schläfrig werden lässt. Dieses früher gern benutzte Prinzip „Fenster öffnen“ ist heutzutage immer öfter nicht vorgesehen.

Noch besser ist es, wenn es regnet. Das in der Bahn verdunstende Wasser sorgt dafür, dass man als Passagier ohne Aufpreis ein Gefühl dafür bekommt, wie es sich in den Subtropen mittags nach einem Regenschauer anfühlt. Der in Strömen fließende Schweiß sorgt immer für Kühlung. Hach, so viel Spaß für so „wenig“ Geld.

ÖPNV (3) – Neue Fahrkarte

So ein Monat geht ja schnell rum. Kaum hab ich mich über den ÖPNV abgeregt, schon ist die Monatskarte abgelaufen und eine neue muss her. Ab ins Kundencenter!

Bisher sahen Monatskarten ja so aus:

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Ein kleiner Zettel, den steck ich ins Portemonnaie, alles gut. Aber der RMV wäre ja nicht der RMV, wenn sie sich nicht neue lustige Sachen ausdenken würden. Das hier ist die neue Monatskarte:

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Ja, eine Chipkarte. Wozu? Ich weiß es nicht. Aber jetzt kommts, die freundliche Mitarbeiterin im Kundencenter hat mir erklärt, dass der Chip gerne mal nicht funktioniert und deswegen bekomme ich noch folgendes:

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Also statt einer Fahrkarte hab ich jetzt eine Chipkarte und ein eTicket. Aber jetzt kommts, das Papierticket allein nützt mir nix, wenn ich nicht das hier habe:

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Und nun passiert folgendes bei einer Kontrolle: funktioniert die Chipkarte nicht, fahre ich erstmal schwarz. Die üblichen Daten werden aufgenommen und ich muss daheim eTicket und Quittung holen und ahbe einen gewissen Aufwand um nachzuweisen, dass ich gar nicht schwarz gefahren bin. Oder ich hab gleich alles dabei, aber wozu brauch ich dann die Chipkarte? Wer denkt sich das aus? Und wozu?

Die absolute Härte aber ist, dass ich heute gleich 3 mal kontrolliert wurde, und zwei mal hatten die Kontrolleure keine Chipkartenlesegerät. So ein Quatsch. Ich konnte also unkontrolliert durch die Gegend fahren. Will gar nicht wissen, was da wieder für ein Schmonz angeschafft wird für teuer Geld, um alle Kontrolleure mit einem Lesegerät auszustatten. Jedenfalls weiß ich ja jetzt, wozu die Fahrpreiserhöhungen genutzt werden. Vielen Dank für nix.

ÖPNV (2) – Fahrkartenkauf

Als Pendler bin ich Besitzer einer Monatskarte. Ich kaufe mir jeden Monat eine neue Monatskarte. Und jeden Monat…ORRRRRRR.
Bei uns kann man Monatskarten auch am Automat kaufen. Wer aber einmal 120 Euro in einen Automat gesteckt hat, ohne dass eine Fahrkarte rauskam, der geht doch lieber an den Schalter. Nun ist das bei uns in Frankfurt so, dass die Anzahl der Verkaufsstellen recht begrenzt ist. Für mich die einzig sinnvolle Verkaufsstelle ist der große Infopointticketcenterallesmöglichedingsi in der Innenstadt. Weil da direkt ein Verkehrsknotenpunkt ist, haben die dort 9 Schalter, ist ja viel los dort. ABER WENN MAN NUR ZWEI SCHALTER ÖFFNET ISSES HALT SCHEISSE!

Ich stehe immer an. 10-20 Minuten stehe ich dort, um denen Geld zu geben. Wenn ich sehe, dass die Schlange bis aus dem ganzen Raum rausgeht, fahr ich eben ohne Fahrkarte, bis ich mal wieder „nur“ 20 Minuten anstehen muss. Wenn der ganze Raum eine einzige Schlange ist (was rund 60 Menschen entspricht), werden sogar mnachmal BIS ZU VIER SCHALTER geöffnet. OH WIE BIN ICH DANKBAR DAFÜR! FAST FÜNFZIG PROZENT DER MÖGLICHEN ARBEITSLEISTUNG.

So ist es eben, wenn es keine Alternative gibt. Fahrrad im Winter ist nicht mein Ding, Auto ist nochmal deutlich teurer. Ich bin wie so vieleandere aufden ÖPNV angewiesen, die wissen das, da kann man die Kunden schon mal ewig anstehen lassen. Das ist wie Weihnachten bei der Post. Du willst ein Geschenk verschicken? Steh stundenlang an oder fahr es doch selbst quer durchs Land, haha! Nur dass beim ÖPNV das ganze Jahr Weihnachten ist. Danke für nichts.

ÖPNV (1)

Ich hatte mir letztes Jahr schon überlegt, dieses Jahr zu notieren, welche Verfehlungen sich der ÖPNV leistet, die ich live miterlebe. Jede Verspätung, jeden Fail notieren. Eigentlich wollte ich die Faulheit siegen lassen, aber dann…

Gestern war der erste Arbeitstag des Jahres. Frühdienst, der Wecker klingelt um 6, draußen sind ungemütliche 1°, Regen und Wind. Jeder der kann, hat sich Urlaub genommen, was eine eigentlich entspannte Fahrt im ÖPNV verspricht. Nun, im Großraum Frankfurt ist sowas allerdings Wunschdenken.

Ich wohne in Langen. Das ist zwischen Frankfurt und Darmstadt und eigentlich gut angebunden. 2 S-Bahnen und ein RE fahren Richtung Frankfurt, wo mein Arbeitsweg mich hinführt. Ich bevorzuge dafür die S4 Richtung Kronberg, die fährt nämlich bei mir vor der Haustür los und ich habe dadurch immer einen Sitzplatz. Die andere S-Bahn kommt aus Darmstadt und ist immer voll, der RE kommt gar aus Heidelberg und ist noch voller. Ich sitze gern und lese morgens Nachrichten und die Timeline nach.

Nun gehe ich also gestern am 1. Arbeitstag um 7:04 zur S4 und siehe da, sie fällt aus. Die nachfolgende S4 ebenfalls. UND ARSCHKALT ISSES!

Das beste sind ja diese Durchsagen: „die S4 fällt heute leider aus. Wir bitten um Entschuldigung. “ Wieso zur Hölle soll ich das entschuldigen? Ich habe eine Monatskarte und habe im voraus für eine Leistung bezahlt, die ich nicht bekomme. Das schlimme ist, ich bin auf die Alternative RE angewiesen. Dieser fährt zum Frankfurter Hauptbahnhof und dort muss ich in die U4 umsteigen.  Wer in Frankfurt schon mal im Hauptbahnhof an der U4 stand, der macht das freiwillig nicht erneut. Blöd, wenn man auf den ÖPNV angewiesen ist. Denn was dort auffällt, wenn man am Gleis wartet, ist diese eklige, was in die Nase steigt. Es wäre zu freundlich, wenn ich es den Geruch von Urin nennen würde, denn es ist einfach nur der unglaublich widerliche Gestank nach Pisse. Als würde seit Jahren dort alles vollgepisst werden und noch niemals wurde dort ein Putzmittel verwendet. Und dann fährt die scheiß Ubahn dir direkt vor der Nase weg und du stehst 5 Minuten in der Pisshölle und zahlst ab diesem Jahr wieder 3% mehr für die Fahrkarte und freust dich auf das nächste mal, wenn es wieder heißt: wir bitten um Entschuldigung.

Herrje, was hasse ich den ÖPNV.